Extraktive und In-situ-Gasanalyse
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Die hochauflösende Absorptionsspektroskopie auf Basis von Diodenlasern (TDLAS= Tunable diode laser absorption spectroscopy) ist ein äußerst vielseitiges diagnostisches Verfahren für den empfindlichen, quantitativen Nachweis von Molekülen und Atomen. Sie ist, als eine der wenigen Methoden, in der Lage, hochspezifisch und dennoch kalibrationsfrei, absolute Teilchenzahldichten zu bestimmen. Kombiniert mit den hohen Linienstärken im mittleren Infrarot (MIR) ist sie in der modernen Laboranalytik ein wichtiges Werkzeug für die empfindliche Gasanalyse und für die berührungsfreie Bestimmung zahlreicher physikalisch-chemischer Parameter (Gas-Konzentrationen, Gastemperaturen, Verweilzeiten, Gasgeschwindigkeiten). Sie hat daher zahlreiche Forschungsanwendungen in der Chemie, der Umweltphysik und den Ingenieurs-Wissenschaften gefunden. Die Komplexität dieser Spektrometer, insbesondere die kryogenen Betriebstemperaturen der MIR-Diodenlaser und ihr kompliziertes spektrales Verhalten, generiert jedoch bis heute einen so hohen technischen und finanziellen Aufwand, dass ein verbreiteter analytischer Einsatz der TDLAS, trotz ihrer unbestreitbar hohen Universalität, unterbleibt.
In Verbindung mit den simultan entwickelten "Partner"-Technologien für Glasfasern und Raumtemperaturdetektoren bieten sie daher neue, faszinierende Möglichkeiten zur Entwicklung mobiler, feldtauglicher Analyseninstrumente. Die Arbeitsgruppe am Physikalisch-Chemischen Institut verfolgt das Ziel, diese Möglichkeiten zu erschließen und
Extraktive Spektrometer für den empfindlichen Gasnachweis
Der extraktive, optische Gasnachweis besitzt eine Vielzahl wichtiger
Anwendungen in Chemie, Medizin, Energietechnik und Umweltmesstechnik. Ein
großes Defizit besteht speziell beim O2-Nachweis, da hier keine
berührungsfreien und damit korrosionsfesten Messverfahren existieren. In-situ-Spektrometer zur Optimierung großtechnischer FeuerungenDie Regelung und Optimierung großtechnischer Feuerungsanlagen, wie beispielsweise das in der Abbildung gezeigte Kohlekraftwerk, ist von hoher ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Um Abweichungen vom optimalen Prozesszustand unmittelbar zu detektieren und zu korrigieren, ist es erforderlich, möglichst frühzeitig detaillierte physikalisch-chemische Prozessinformationen zu erhalten, d.h. am besten aus dem eigentlichen Reaktionsraum. Mit der verfügbaren extraktiven Messtechnik ist dies nicht machbar, da die Probenahme nur im relativ kalten Abgas, also in großer Entfernung zum Prozess, möglich ist und Probenahmeartefakte die Messung stark beeinträchtigen können. Speziell der schnelle Vergleich unterschiedlicher Prozessparameter scheitert daran, daß für verschiedene Parameter unterschiedliche extraktive Messverfahren eingesetzt werden.
Für einen breiten industriellen Einsatz muss dessen Funktion auch unabhängig von der Art des Prozesses, der Anlagengröße und den Prozessbedingungen (Druck, Temperatur) sein. Die NIR-DL-gestützte In-situ-Absorptions-Spektroskopie besitzt dafür zwar gute Vorraussetzungen, für großtechnischen Anlagen jedoch war aufgrund der extremen Intensität der optischen Störungen kein geeignetes Spektrometer verfügbar. Durch die eingehende optische Charakterisierung großtechnischer In-situ-Messstrecken und die darauf gestützte Entwicklung neuer, hocheffizienter Korrektur- und Auswerteverfahren wurde dieser Mangel behoben und zahlreiche industrietaugliche Mehrkomponenten-In-situ-Spektrometer für unterschiedlichste Anwendungen realisiert. Dank der robusten Auswerteverfahren sind auch bei Lichtverlusten von über 99.99% und einer über 1000-fach stärkeren Hintergrundstrahlung empfindliche In-situ-Gasanalysen möglich. Dabei gelang der Nachweis von Atomen (K, Rb, Cs) und leichten Molekülen (O2, CO, H2O, CO2 CH4) in verschiedartigen technischen Feuerungsanlagen (Gaskraftwerke, Kohlekraftwerke (siehe Abbildung 2), Müllverbrennungsanlagen). Darüber hinaus konnte außerdem ein berührungsfreies optisches Verfahren zur Bestimmung von Gastemperaturen realisiert werden. Nach einem ähnlichen Verfahren gelang weiterhin erstmalig eine radioaktivitätsfreie Messung von Gas-Verweilzeiten in Hochtemperatur-Prozess realisiert werden. Mobile, feldtaugliche In-situ-Spektrometer auf Basis von Langwegzellen
Auch hierfür sind NIR-DL-gestützte Absorptions-Spektrometer hervorragend geeignet, wenn es gelingt, die im nahen infrarot geringen Linienstärken mit längeren Absorptionsstrecken auszugleichen und die Störungen der In-situ-Messstrecke durch geeignete Auswerteverfahren zu kompensieren. Zur Lösung dieses Problems wurden neuartige, offene Langwegzellen und Koppeloptiken entwickelt, die besonders robust, leicht bzw. kompakt sind, und mit kalibrationsfreien Auswerteverfahren und anderen Spektrometer-Modulen kombiniert. Die hohe Universalität dieses Ansatzes wurde anhand von diversen Messaufgaben, die alle mit dem Abbau der Ozonschicht verzahnt sind, erfolgreich demonstriert:
In-situ-O2-Nachweis in Wassersprays während großskaliger Feuerlöschversuche.
Höchstempfindlicher selektiver In-situ-Nachweis gasförmigen Wassers in kryogenen
Aerosolen (T=190-300K).
Simultane In-situ-Bestimmung von H2O und CH4 in der
Stratosphäre mithilfe kompakter, ultraleichter, flugtauglicher Laser-Spektrometer.
(siehe Abbildung 3: Start eines Stratosphären-Ballons mit dem neu entwickelten Spektrometer) |
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