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Versuch Th 2 Messung niedriger Drücke |
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1 Theorie Im folgenden Abschnitt über die kinetische Gastheorie soll ein Überblick der Kenntnisse vermittelt werden, die vor der Versuchsausführung erwartet werden. Zur Vorbereitung ist es nötig, die entsprechenden Kapitel in einem Lehrbuch der Physikalischen Chemie durchzuarbeiten. Die Herleitungen der angegebenen Formeln sollten skizziert werden können. Neben anderen Büchern ist dazu geeignet: P. W. Atkins, Physikalische Chemie, Übersetzung von A. Höpfner, VCH-Verlag, Kapitel 26 (2. Auflage 1990).
"In der kinetischen Gastheorie treten erstmalig die für viele Gebiete der modernen Physik typischen statistischen Überlegungen auf: Man kennt von keinem Molekül die Anfangsbedingungen, d.h. Ort und Impuls (bzw. Geschwindigkeit) zu irgendeinem Zeitpunkt, so dass es unmöglich ist, das Schicksal einzelner Moleküle zu verfolgen. Für die mikrophysikalische Deutung makroskopisch beobachtbarer Größen ist die Kenntnis des Bewegungszustandes individueller Moleküle aber gar nicht erforderlich. Zur Druckberechnung genügt es beispielsweise zu wissen, welcher Impuls je Zeiteinheit durch alle auf die Wandfläche treffenden Moleküle übertragen wird. Die Kenntnis, wieviel und welche Teilchen mit welchem Impuls auftreffen, ist überflüssig. Statt dessen interessieren das durchschnittliche Verhalten aller Moleküle, d.h. der Mittelwert einer physikalischen Größe über ein bestimmtes Zeitintervall oder über eine Gesamtheit von Teilchen, und die Verteilung der Moleküle auf bestimmte Raum-, Energie- oder Geschwindigkeitsbereiche. Deren Bestimmung ist Gegenstand der Statistik. Die statistische Methode liefert Wahrscheinlichkeitsaussagen, die den zu erwartenden Mikrozustand quantitativ charakterisieren." |
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1.1 Voraussetzungen - Kinetische GastheorieDie kinetische Gastheorie geht vom Modell des idealen Gases aus:
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1.2 Druck und quadratisch gemittelte Geschwindigkeit der GasmoleküleDruck ist definiert als Kraft pro Flächeneinheit. Nach der kinetischen Gastheorie übertragen die Gasteilchen durch Stöße mit den Gefäßwänden pro Zeiteinheit einen Impuls mNAνx2 auf die Wandfläche
Da sich nicht alle Teilchen gleich schnell bewegen, erhält man mit
der quadratisch gemittelten Geschwindigkeit c = ( |
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(1a) |
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bzw. |
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(1b) |
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die Grundgleichung der kinetischen Gastheorie. (Zur Herleitung siehe z.B. Atkins) Drücke sind in Pascal oder in bar (bar = 105 Pa) anzugeben. Pa ist SI-Einheit. In älterer Literatur sind mmHg und Torr häufig gebraucht. Diese Einheiten sollen seit Einführung des SI nicht mehr verwendet werden. (1 mmHg = 1 Torr = 133,322 Pa).
Da die Wurzel aus dem mittleren Geschwindigkeitsquadrat , die sogenannte quadratisch gemittelten Geschwindigkeit c = ( pV = const für T = const dar. Den Zusammenhang zwischen Temperatur und quadratisch gemittelter Geschwindigkeit erhält man, wenn Gleichung (1b) mit der Zustandsgleichung des idealen Gases pV = nRT kombiniert wird. Durch Gleichsetzen der rechten Seiten folgt |
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(2)
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mit der Avogadro-Konstante NA , welche die Anzahl der Teilchen in der Stoffmengeneinheit |
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1.3 Maxwell-Verteilung |
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(a) (b) (c) (a): Kugeloberfläche im Geschwindigkeitsraum, proportional zur Anzahl der Zustände, die zur Teilchengeschwindigkeit v gehören |
(3) |
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Die Maxwell-Verteilung der Molekülgeschwindigkeiten (3) erlaubt die Berechnung der mittleren Teilchengeschwindigkeit
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(4) |
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(5) |
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Die Maxwell-Verteilung ist temperaturabhängig. Für hohe Temperaturen ist die Verteilung breiter und die wahrscheinlichste Geschwindigkeit zu hohen Temperaturen verschoben.
Bemerkung:
Eine Skizze der Geschwindigkeitsverteilung und die Herleitung der Geschwindigkeiten werden sowohl im Kolloquium als auch im Protokoll erwartet. |
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1.4 Stöße und mittlere freie Weglänge
Nähern sich die Zentren zweier Teilchen A, B bis auf einen Abstand d, wobei d von der Größenordnung des Teilchendurchmessers ist, spricht man von einem Stoß. Auf seinem
Flug überstreicht ein Teilchen einen Zylinder mit dem
sogenannten Stoßquerschnitt σ=πd2 und der Länge
Die Anzahl der Stöße (Stoßzahl) in der Zeiteinheit ist demnach |
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mit |
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(Relativgeschwindigkeit), |
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(reduzierte Masse) |
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Zwischen zwei Stößen legen die Teilchen im Mittel die Strecke λ, die sogenannte mittlere freie Weglänge, zurück. Für ein ideales Gas muss gelten: d << λ. Die mittlere freie Weglänge λ ist umgekehrt proportional zur Teilchendichte N/V und zum Stoßquerschnitt σ. |
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1.5 TransportvorgängeTransportvorgänge sind Prozesse, bei denen eine Größe räumlich transportiert wird. Zum Beispiel Wärme entlang eines Temperaturgefälles oder Ladung entlang eines Potentialgradienten. Der Fluss J ist die Menge einer Größe, die pro Zeiteinheit durch eine Flächeneinheit transportiert wird. Der Fluss ist häufig proportional dem Gradienten einer anderen Größe.
Für den Materiefluss in z-Richtung gilt (Erstes Ficksche Gesetz):
Der Wärmefluss ist proportional dem Temperaturgradienten:
In laminaren Strömungen in x-Richtung gilt für den Impuls-Fluss in z-Richtung: Dieser Effekt wird auch als Innere Reibung bezeichnet. Wärmeleitfähigkeit und Viskosität sind bei idealen Gasen in weiten Bereichen unabhängig vom Gasdruck. Dies gilt nicht für sehr kleine Drücke. Hier findet man zum Beispiel für die Wärmeleitfähigkeit eine lineare Druckabhängigkeit. (siehe unten Pirani-Manometer) |
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2 Vakuumpumpen
Literatur: |
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Unter Vakuum versteht man den Zustand in einem Raum, bei dem das Gas unter einem geringeren Druck steht als dem Normaldruck (1013 mbar) in der freien Atmosphäre. Je nach Größe dieses Druckes werden die Vakua im allgemeinen nach folgendem Schema klassifiziert: |
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Im Rahmen des Versuches werden wir uns im wesentlichen mit dem Druckbereich von 10-1 bis 10-5 mbar beschäftigen, der im folgenden allgemein als "Vakuum" bezeichnet wird.
Die Wahl der Pumpe erfolgt nach Gasart und gefordertem Enddruck. Ist ein Vorvakuum notwendig, beeinflusst die Vorpumpe durch ihre Sauggeschwindigkeit und den erreichbaren Enddruck im Vorvakuum auch die Leistung der Hauptpumpe. |
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Abb. 1: Prinzip einer Drehschiebepumpe |
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Gegen Atmosphärendruck arbeitende Pumpen sind insbesondere Wasserstrahlpumpen (Enddruck ca. 20 mbar) und rotierende Ölpumpen. Letztere werden als Vorpumpen bevorzugt, da sie bei ausreichender Sauggeschwindigkeit Drücke von der Größenordnung von 10-1 mbar auf der Vorvakuumseite von Dampfstrahl- und Diffusionspumpen aufrechterhalten können. |
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Eine Ölrotations- oder Drehschiebepumpe besteht aus einem zylindrischen Pumpengehäuse (1), in dem ein Stahlzylinder (2) um seine Achse (a) rotiert. Der Rotor (2) enthält zwei oder drei in Schlitzen gleitende Schieber (3), die durch Fliehkraft oder Federkraft an die Gehäuseinnenwand gedrückt werden. Die Schieber grenzen sichelförmige Schöpfräume ab, die sich periodisch erweitern und verkleinern. Dabei schieben sie das im Schöpfraum vorhandene Gas vor sich her, komprimieren es und stoßen es durch den Auspuffstutzen aus. Um ein Ansaugen von Gas durch den Auspuffstutzen zu vermeiden, ist ein Druckventil (5) eingebaut, das nur öffnet, wenn der Druck auf der Innenseite größer ist als auf der Außenseite. In dem Raum oberhalb des Ventils (5) befindet sich die Ölfüllung der Pumpe. Die geringe, durch das Ventil tretende Ölmenge reicht zur Schmierung der Schieber gegen die Gehäusewand aus und verbessert die Abdichtung zwischen Schieber und Gehäuse. Außerdem dient der Ölvorrat der Pumpe zum Abführen der Kompressionswärme, also zur Kühlung.
Je geringer dieser Druck ist, desto besser ist das auf der Ansaugseite erreichbare Endvakuum, da die von dem Schieber von (5) nach (4) überführte Restgasmenge und der Anteil der im Öl gelösten Gase entsprechend geringer werden. Bei einer einstufigen Pumpe kommt das Öl nämlich zwangsläufig mit der atmosphärischen Luft in Berührung und nimmt aus dieser Gas auf, das dann während des Ölumlaufs vakuumseitig entweicht.
Die mit der Öffnung des Gasballastventils zugeführte Frischluft hat eine Verschlechterung des Endvakuums im Vergleich zur Pumpe ohne Gasballast zur Folge. Der mit rotierenden Ölpumpen erreichbare Enddruck beträgt: |
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Zur Erzielung niedriger Enddrücke werden meist Diffusionspumpen eingesetzt, die allerdings nicht gegen Atmosphärendruck zu fördern vermögen. Aus diesem Grunde bestehen Pumpstände zur Erzeugung von Hochvakuum aus einer rotierenden Ölpumpe als Vorpumpe und einer Diffusionspumpe als Hauptpumpe. Die rotierende Ölpumpe erzeugt dann ein Vorvakuum, dessen Druck kleiner als 1 mbar sein muss, um ein einwandfreies Arbeiten der Diffusionspumpe zu gewährleisten. |
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Die Turbomolekularpumpe gehört zu den mechanisch-kinetischen Vakuumpumpen. Das Arbeitsprinzip beruht darauf, dass die einzelnen, abzupumpenden Gasteilchen durch Zusammenstöße mit den schnellbewegten Flächen der Rotoren einen Impuls in Förderrichtung erhalten. Die Pumpe besteht aus einer Ansaugstufe mit größer ausgelegten Schaufeln und einer folgenden Kompressionsstufe. Das Saugvermögen ist über den gesamten Arbeitsbereich (<10-3 mbar) konstant, nimmt aber bei höheren Ansaugdrücken merklich ab, da die Pumpe dann in den viskosen Strömungsbereich kommt. Daher muss zum Betrieb eine Vorpumpe für einen entsprechend niedrigen Ansaugdruck sorgen. Die Kompression ist aus physikalischen Gründen für schwere Moleküle besonders hoch (≈ 108:1 für N2), für leichte Moleküle dagegen erheblich niedriger (≈ 700:1 für H2). Der Arbeitsbereich von Turbomolekularpumpen liegt bei Drücken von 10-3 bis 10-10 mbar. |
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Aufbau einer Turbomolekularpumpe:
1. Stator 2. Rotor 3. Ansaugflansch 4. Schaufeln der Saugstufe 5. Schaufeln der Kompressionsstufe 6. Antriebswelle 7. und 8. Schulterkugellager 9. Motor |
Abb. 2: Prinzip einer Turbomolekularpumpe |
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2.3 Treibmittelpumpen
Treibmittelpumpen lassen sich unterteilen in Strahlpumpen (Wasser- und Dampfstrahl-) und Diffusionspumpen. Das Hauptarbeitsgebiet der Diffusionspumpe liegt unterhalb 10-3 mbar. Dampfstrahlpumpen haben ein hohes Saugvermögen, können aber nur bei Drücken zwischen 10-1 und 10-4 mbar eingesetzt werden. |
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Abb. 3: Schema einer Diffusionspumpe |
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4 Messaufbau
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6 Auswertungen |
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Die
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