| Spektralphotometrie
1. Theoretischer Teil |
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1.2 Anderung der Reaktionsgeschwindigkeit bei Fremdsalzzusatz:Wir betrachten eine bimolekulare Reaktion | ||
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| wobei die Reaktionspartner R und Y Ionen sind und Y in großem Überschuss vorliegt, so dass die Konzentration cY während der Reaktion praktisch konstant bleibt. Experimentell findet man, dass in diesem Fall die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante von der Konzentration an Fremdionen abhängt, die sich in der Lösung befinden. Sind beide Reaktionspartner gleich geladen, so nimmt die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante bei Erhöhung der Fremdsalzkonzentration zu, bei umgekehrtem Vorzeichen nimmt sie ab. Dieser Effekt tritt nicht auf, wenn R und Y ungeladen sind. Zum Verständnis dieses Verhaltens wird die Reaktion (8) näher betrachtet. Es wird angenommen, dass die Reaktion nicht direkt, sondern über ein Vorgleichgewicht verläuft. Zunächst bildet sich in kurzer Zeit ein Zwischenprodukt X, das seinerseits verhältnismäßig langsam in das Endprodukt übergeht (K = Gleichgewichtskonstante, k1 = Reaktionsgeschwindigkeitskonstante). | ||
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| Der geschwindigkeitsbestimmende Schritt ist der Übergang von X in Z; dafür gilt: | ||
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| Weiter gilt nach dem Massenwirkungsgesetz | ||
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| a ist die Aktivität | ||
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| wobei fx der Aktivitätskoeffizient für das Zwischenprodukt X ist. Aus (10), (11) und (12) erhält man | ||
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| Die Aktivitätskoeffizienten werden nach der Debye-Hückelschen Theorie berechnet. Für den Einzelionenaktivitätskoeffizienten der Ionensorte m gilt nach dem Debye-Hückelschen Grenzgesetz | ||
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| A= 0,510~ (l/mol)1/2 bei 25 o C für das Lösungsmittel Wasser; e • zm = Ladung der Ionensorte m, e = Elementarladung; | ||
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I = Ionenstärke
Da das Zwischenprodukt X durch nahe Begegnung der Ionen R und Y entsteht, wird näherungsweise zx = zR + zY gesetzt. Damit ergibt sich | ||
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| In unserem Fall wurde vorausgesetzt, dass cR gegenüber cY vernachlässigt werden kann; cY und die Fremdsalzkonzentration werden bei der Reaktion als konstant angesehen; damit ist auch die Ionenstärke konstant, und aus (13) erhält man mit | ||
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| mit | ||
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| Aus (16) und (18) ergibt sich schließlich | ||
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| Nach (19) nimmt also k im Fall zR = zY mit wachsender Ionenstärke zu; ist zR = -zY , dann nimmt k entsprechend ab; im Fall zR = 0 wird k unabhängig von J. |
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2. Experimenteller Teil |
2.1 Betriebsanleitung für das Spektralphotometer:
20 min vor den Messungen soll das Gerät bereits an
das Netz angeschlossen sein, d. h. *** power on ***
lamp on.
Auf der rechten Seite des Gerätes ist eine Rändelmutter,
mit der Sie die Wellenlänge einstellen können.
Sie müssen bei jeder Wellenlänge nach folgender Prozedur
den 0 und den 100% Abgleich neu durchführen. Zum
Nullabgleich wird die Klappe geöffnet. Dies bewirkt, dass kein Licht auf den Detektor fällt. Drücken
Sie den mittleren der 5 kleinen Knöpfe 0 T.
(Sie können auch den Druckknopf 1 oder 2 ABS benutzen).
Mit dem Drehknopf T ADJ (der mittlere der 3 Drehknöpfe)
wird so weit abgeglichen, dass das Anzeigegerät 0.00 anzeigt.
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Messung:Wenn Sie jetzt Ihre zu messende Lösung in den Strahlengang bringen, können Sie die Transmission direkt auf dem Anzeigegerät ablesen. (Der Komma-Einstellungsknopf am Anzeigegerät bleibt immer ganz links stehen.) Durch Umschalten mit einem Absorptionsknopf können Sie auch die Extinktion messen. Für Aufgabe 1 und 2 wird die Extinktion abgelesen und aufgetragen. Bei Messungen zwischen 500-600 nm wird der Hebel auf Filter "`open"' gestellt. Am wichtigsten ist die Stellung auf 600-, wenn Sie mit Wellenlängen größer als 600 nm arbeiten. |
2.2 Der Schreiber:Für den dritten Teil des Versuches, die Messung einer Transmission oder einer Extinktion in Abhängigkeit von der Zeit, benötigt man einen Linienschreiber. Dieser Schreiber ist schon fertig angeschlossen. Es wird "`POWER ON"' geschaltet, der Druckknopf "`OFF"' nach oben geschaltet und die Papiergeschwindigkeit auf 0,5 mm/sek (Vorschlag) eingestellt. Der Nullabgleich erfolgt mit dem Drehknopf "`ZERO"', d.h. auch die Feder des Schreibers ist mechanisch auf Null zu stellen. Bei der Versuchsdurchführung ist eine geeignete Empfindlichkeit (10 bzw. 20 mV) einzustellen. |
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3. Aufgaben |
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1. Man nehme das Spektrum einer wässrigen Lösung von
Kristallviolett im Bereich von 400 - 800 nm auf und bestimme die
Wellenlänge des Absorptionsmaximums ( \lambda_{max} ).
2. Die Gültigkeit des Lambert-Beer`schen Gesetztes ist an wässrigen Lösungen von Kristallviolett (bei λ max ) nachzuweisen. 3. Man bestimme die Reaktionsgeschwindigkeitskonstante k für die Reaktion (8) mit R = Kristallviolett und Y = OH- -Konzentration (cY = 0,01 mol/l) und verschiedenen Fremdsalzkonzentrationen (0,00; 0,01; 0,05; 0,10; 0,25 mol/l); als Fremdsalz wird KNO3 benutzt. Die Konzentration an Kristallviolett soll etwa 5*10-6 mol/l betragen. 4. k wird in logarithmischem Maßstab in Abhängigkeit von √I aufgetragen und nach (19) wird A berechnet; man vergleiche den gefundenen Wert von A mit dem bei Gl.~(14) angegebenen Zahlenwert. |
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4. Durchführung und Auswertung der Aufgaben |
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Das Spektrum von Kristallviolett in wässriger Lösung wird
graphisch in einem E, λ
-Diagramm dargestellt.
Die Konzentration der Lösung (Spatelspitze genügt!)
soll so gewählt werden, daß bei "λ
max"
die Durchlässigkeit
nicht weniger als 10% beträgt. Zum Nachweis des Lambert-Beer`schen Gesetzes verdünnt man die Ausgangslösung zweimal in definierter Weise. Bei der Reaktion von Kristallviolett mit OH--Ionen entsteht die farblose Carbinolbase, so daß die Reaktion photometrisch bequem untersucht werden kann. Nach Gl. (4) und Gl. (17) gilt: | ||
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Mit Hilfe von (20) wird k für alle c bzw. E-Werte bestimmt.
Der Mittelwert ist die gesuchte Geschwindigkeitskonstante.
Die mittlere Fehlerbreite für k ist anzugeben. Für die
Messungen sind folgende Lösungen anzusetzen:
5 ml Farbstofflösung (Lösung von 10-4 mol/l in Wasser) werden mit 10 ml NaOH (0,1 mol/l) vermischt; mit Wasser wird auf 100 ml aufgefüllt. Die Lösungen mit größeren Ionenstärken erhält man, indem man vor dem Auffüllen KNO3 (als Lösung mit der Konzentration 0,1 mol/l bzw. 1 mol/l) hinzufügt. Für die Vergleichsküvette werden entsprechende Lösungen ohne Farbstoff hergestellt. Bei λ max beginnt man die Meßreihe mit einer solchen Startkonzentration co von Kristallviolett, daß zu Beginn die Transmission zwischen 10 und 20% liegt. | ||
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Wichtig: |
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| Kurz vor jedem Meßpunkt ist unbedingt der 0 - 100% Abgleich zu kontrollieren (Lösungsmittel im Lichtweg!) und ggfs. nachzuregulieren. |
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Literatur |
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Zur Thermodynamik und Kinetik:
Allgemeine Lehrbücher der Physikalischen Chemie, z.B.
Zu übergängen zwischen Elektronenzuständen: z.B.
Zum messtechnischen Teil:
Zur Lichtabsorption von Farbstoffen: z.B.
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