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Das Prinzip der Thermischen Desorptionsspektroskopie
beruht auf dem Nachweis von Atomen bzw. Molekülen, die durch thermische
Anregung von einem Substrat desorbiert werden. Der Nachweis des Partialdruckanstiegs,
verursacht durch die desorbierenden Teilchen, erfolgt dabei mit einem
Quadrupolmassenspektrometer.
Aus den so erhaltenen Spektren, bei denen der Partialdruck als Funktion
der Substrattemperatur aufgezeichnet wird, lassen sich Informationen über
die Bindung des entsprechenden Adsorbats mit dem Substrat gewinnen. Bei
einem TDS-Experiment wird das Substrat bei einer vorgegebenen Temperatur
Tad belegt, indem der Partialdruck des Adsorbatgases in der
Apparatur erhöht wird. Durch Variation des Produkts aus Belegzeit
und Partialdruck lassen sich verschiedene Adsorbatdichten auf dem Substrat
einstellen. Für CO an Platin werden etwa 10 L benötigt, um Sättigungsbelegung
zu erreichen. 1 L (Langmuir) entspricht einem Druck von 10-6 Torr
für 1 s. |
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Nach Abpumpen des Gases wird das Substrat mit
einer linearen Heizrate
auf die Endtemperatur Tend geheizt. Wird die Apparatur mit konstanter
Rate abgepumpt, steigt der Druck zunächst an, durchläuft ein
Maximum und fällt dann wieder auf den Ausgangswert ab. Ein typisches
TD-Spektrum für die Adsorption von CO auf verschiedenen Pt-Oberflächen
ist in Abbildung 2 dargestellt. Anhand der unterschiedlichen Formen der
TD-Spektren lassen sich unter anderem Aussagen über Defektkonzentrationen
auf der Oberfläche machen.
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Quantitativ kann der Desorptionsvorgang mittels der Polanyi-Wigner-Gleichung
erfasst werden [Chri91]. Diese lautet:
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(1)
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wobei
die Bedeckung der Oberfläche mit dem entsprechenden Adsorbat angibt
( = 1 entspricht
einer Monolage), Edes bezeichnet die Desorptionsenergie
und m entspricht der Desorptionsordnung. Betrachtet man die Desorption
als Reaktion ohne Aktivierungsenergie, so kann Edes
als die Bindungsenergie interpretiert werden.
bezeichnet den präexponentiellen Faktor der thermisch aktivierten
Reaktion und lässt sich im Fall einer Desorption erster Ordnung (d.
h. m = 1) als Schwingungsfrequenz des Adsorbats senkrecht zur Oberfläche
interpretieren und sein Zahlenwert entspricht dann der Anzahl der Versuche
des Teilchens pro Zeiteinheit zu desorbieren. Sowohl der präexponentiellen
Faktor als auch die Desorptionsenergie sind im Allgemeinen bedeckungsabhängige
Größen.
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Die zweite grundlegende Gleichung, die zur quantitativen Auswertung
von TD-Spektren benötigt wird, ist die Kontinuitätsgleichung,
die die Teilchenzahlerhaltung im Gesamtsystem beschreibt:
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(2)
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Dabei gibt der erste Term die zeitliche Änderung der Anzahl der
Teilchen in der Gasphase
an, der zweite die zeitliche Änderung der Anzahl der adsorbierten
Teilchen
und der dritte die zeitlich konstante Abpumprate .
bezeichnet die Pumpgeschwindigkeit und
das Volumen der Apparatur.
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Aus Gleichung 2 erhält man in Verbindung mit dem idealen Gasgesetz und
der charakteristischen Abpumpzeit
als Differentialgleichung für den Partialdruck des Adsorbatgases:
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(3)
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Im experimentell wichtigen Grenzfall großer Pumpraten ist der
Partialdruck direkt proportional zur Desorptionsrate und aus Gl. 2 folgt
nach Integration:
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(4)
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Mit
kann aus der Fläche unter den Desorptionsspektren der ursprüngliche
Bedeckungsgrad direkt ermittelt werden.
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Da gilt /Gesamtzahl
der Adsorptionsplätze, handelt es sich bei den Gleichungen 1 und 2
um ein gekoppeltes System von Differentialgleichungen, die zur Simulation
der gemessenen TD-Spektren mit Hilfe des Mathematikprogramms Mathcad numerisch
gelöst wurden (Runge-Kutta-Verfahren).
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[Chri91] K.
Christmann, Introduction to Surface Physical Chemistry,
Springer Verlag, Heidelberg (1991).
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