Untersuchung von Reaktionsprozessen auf
Katalysatoroberflächen
Auger-Elektronen-Spektroskopie (AES)
|
|
Die Grundlage der Auger-Elektronen Spektroskopie ist der Auger Prozess,
der erstmalig 1925 von Pierre Auger beschrieben wurde und die strahlungslose
Relaxation angeregter Atome in einer Nebelkammer erklärte [Auge23,
Auge25].
Die AES wird überwiegend dazu eingesetzt, die atomare Zusammensetzung
von Oberflächen zu bestimmen. Dabei wird die Probe mit Elektronen,
deren kinetische Energie zwischen 1 und 10 keV beträgt, bestrahlt.
Diese Elektronen erzeugen Ionen mit einer Lücke in einer inneren Schale
(vgl. Abb. 1). Die so entstandenen Ionen relaxieren, indem die Lücke
durch ein Elektron aus einer höher gelegenen Schale aufgefüllt
wird. Die dabei freiwerdende Energie wird entweder in Form eines Röntgenphotons
(X-ray fluorescence) oder durch die Emission eines zweiten Elektrons, dem
Auger-Elektron, abgegeben.
Dabei wird die kinetische Energie des Auger-Elektrons lediglich durch
die elektronischen Niveaus, die an dem Auger Prozess beteiligt sind, bestimmt
und nicht durch die Energie der eingestrahlten Elektronen. |
Abb.1 Schematische Darstellung der Auger-Elektronen Emission (links)
und der Röntgenemmission (rechts), nach dem
Herauslösen eines K-Schalen-Elektrons
|
|
Aufgrund
dieser Eigenschaft können für jedes Element Auger-Elektronen mit
spezifischer kinetischer Energie detektiert werden, was eine Analyse
der Oberflächenzusammensetzung ermöglicht.
|
|
|
|
Detektiert man die von der Oberfläche kommenden Elektronen
energieaufgelöst, beobachtet man ein Spektrum, das schematisch in
Abbildung .2 a) dargestellt ist. Die Auger-Elektronen werden dabei als
kleine Peaks auf einem intensiven Untergrund beobachtet, der von den herausgeschlagenen
Sekundärelektronen herrührt. Zusätzlich sind die elastisch
gestreuten Elektronen zu erkennen, sowie Elektronen, die inelastisch unter
Abgabe von Energie an Moleküle an der Oberfläche gestreut wurden
(Verlust-Elektronen) oder einen Teil ihrer Energie durch kollektive Anregung
des Elektronensees (Plasmonen) verloren haben.
Um die Sichtbarkeit der Auger-Elektronen zu erhöhen, wird deshalb
im Allgemeinen die differentielle Darstellungsweise gewählt, die in
Abb. 2 b) veranschaulicht ist.
|
|
Abb.2 a) Energiespektrum von Elektronen, die von einer Oberfläche
kommen,
die mit einem Elektronenstrahl
bestrahlt wird.
b) Verdeutlichung der differentiellen Darstellungsweise
[ Niem93].
|
|
Obwohl die eigentliche kinetische Energie der Auger-Elektronen dem Mittelwert
des integralen Peaks (E0) entspricht, wird im Allgemeinen
die Energie des Minimums der Ableitung (Ea) angegeben.
Die Energie eines bestimmten Auger-Übergangs, z. B. KLL
(vgl. Abb. 1), ist in erster Näherung gegeben durch [Niem93]:
|
|
|
(1)
|
|
Dabei bezeichnet
die kinetische Energie des Auger-Elektrons, Ei die
Bindungsenergie eines Elektrons in der i-Schale und
die Austrittsarbeit.
ist ein Korrekturterm, der Relaxationseffekte berücksichtigt, die
beim Zerfallsprozess zu einem hoch angeregten, zweifach ionisierten Atom
auftreten.
|
|
|
|
[Auge23] P.
Auger, Comp. Rend. Acad. Sci. 180 (1923) 65.
[Auge25] P. Auger, J. Physique Radium 6 (1925) 205.
[Niem93] J. W. Niemantsverdriet, Spectroscopy in Catalysis, VCH-Verlag,
Weinheim (1993).
|
|
|
Zurück
Top Uni-Startseite | PCI-Startseite | Startseite
des AK Wolfrum Kontakt
| Suche | Überblick
| English
|
|