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Im Juli 2005 war das Richtfest des neuen BIOQUANT Gebäudes und Herr Prof. Dr. Jürgen Wolfrum hielt die Rede:
Magnifizenz, Herr Bürgermeister, Herr Architekt Staab, Herr Baudirektor Stroux, meine Damen und Herren!
Zunächst möchte ich mich im Namen von BIOQUANT, dem 1. Zentrum für Quantitative Biologie in Europa, bei allen bedanken, die mitgeholfen haben, dass wir heute das Richtfest dieses eindrucksvollen Neubaus für die lebenswissenschaftliche Forschung, wunderbar zentral platziert zwischen den Instituten der Biowissenschaften, der Chemie, der Physik, der Mathematik und der Medizin, feiern können. Von meinem Dienstzimmer im Physikalisch-Chemischen Institut konnte ich nun über ein Jahr dieses Gebäude wachsen sehen und ich war beeindruckt von dem Eifer, mit dem Tag und Nacht, werktags und feiertags, Sommer und Winter ohne Unterbrechung gearbeitet wurde. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass Sie Herr Staab den Wettbewerb hier gewinnen konnten. Nicht nur, weil ich eindrucksvolle Bauten von Ihnen kenne, sondern weil ich auch denke, dass Ihnen die Forschungsbereiche Chemie, Biochemie und Medizin von Ihrem Vater her vertraut sind.
Herzlichen Dank, Ihnen allen! Früher musste ja wohl der Nutzer den Nagel in den letzten Dachbalken einschlagen. Das bleibt mir nun, Gott sei Dank, erspart, denn wir haben ja keine Dachbalken. Meistens wurde dieser letzte Balken ja versteckt und es hat dann schon einige Kästen Bier gekostet, ihn zu finden.
Nun ein paar Worte zu der Wissenschaft, die hier gemacht werden soll. "Phantasie ist wichtiger als Wissen", so möchte ich im Einsteinjahr Albert Einstein zitieren. Phantasie wird durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen angeregt, wenn sie sich in einem Gebäude über den Weg laufen. Vor einigen Jahren konnten wir hier das Nachbargebäude 229 beziehen, das im November 1997 Richtfest hatte. Hier haben in den letzten Jahren erfolgreich Mathematiker, Physiker, Chemiker und Ingenieure gemeinsam an der Optimierung von technischen Verbrennungsprozessen mit Hilfe von mathematischen Simulationen in Verbindung mit berührungsloser laserspektroskopischer Analyse in dem von Heidelberg aus initiierten Forschungsverbund "TECFLAM" gearbeitet. Wenn Sie sich demnächst ein neues Auto kaufen, dann werden darin Motoren sein, die mit den in Heidelberg entwickelten Methoden optimiert wurden. Diese Motoren haben keinen Vergaser mehr, sondern das Benzin wird direkt in den Motorbrennraum eingespritzt. Dadurch arbeitet der Motor nicht mehr als Pumpe und vergeudet damit unnötig Treibstoff. Diese neuen Benzinmotoren verbrauchen genauso wenig Kraftstoff wie beim Dieselmotor, aber bilden dabei keinen Russ und weniger Stickoxide.
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Prof. Dr. Jürgen Wolfrums Rede im PDF Format
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BIOQUANT Heidelberg
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